Die Köhlerei – ein Jahrtausend altes Handwerk

 

Holzkohle ist historisch von grösster Bedeutung: Sie war eine Voraussetzung für den Fortschritt der Menschheit und für die Industrialisierung der Welt.


Holzkohle ist transportierbare Energie


Holzkohle ist ein Gemisch organischer Verbindungen mit 81 bis 90% Kohlenstoff sowie aus Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff. Nur rund 1 bis 2% sind Asche. Sie lässt sich verhältnismässig leicht entzünden bei 200 bis 250 °C und brennt ohne Flamme weiter, weil die flammenbildenden Gase bereits bei der Verkohlung entwichen sind. Pro 100 Kilogramm trockenes Holz lassen sich ca. 15 kg (15% des Ausgangsgewichtes) Holzkohle gewinnen. Darin lag auch der grosse Vorteil der Köhlerei. Dieselbe Energie liess sich mit verhältnismässig geringem Transportgewicht zu den Verbrauchern in die Eisen- und Glasindustrie oder die Städte bringen.



Die älteste Methode


Holzkohle wird durch Erhitzen von Holz bei Luftabschluss hergestellt. Die älteste Methode der Holzkohlengewinnung ist der aus dem Altertum stammende Meilerbetrieb. Dabei wird Holz in kegelförmigen Haufen (Meilern) aus großen Scheitern um das in der Mitte liegende Füllihaus aufgeschichtet. Der Meiler wird mit einer Decke von Tannenreisig und Löschi (Kohlenstaub) bedeckt. Im Füllihaus wird eine Glut entfacht und unterhalten. Die Hitze von ca. 500
°C wird durch Zuglöcher an der Seite des Meilers nach aussen gezogen. Dies geschieht «stockwerkartig» von oben nach unten, bis der ganze Meiler verkohlt ist. Heute wird Holzkohle auch industriell hergestellt. Sogenannte Retortenkohle wir in grossen Öfen mit kontrollierter Luftzufuhr gebrannt. (siehe Aufbau des Holzkohlenmeilers)



Meiler hüten ist anstrengend


Wenn der Meiler brennt, muss alle zwei bis drei Stunden Kohle ins «Füllihuus»
geschüttet werden und das während 12-16 Tagen. Mit dem «Füllihaus» wird die offene Mitte des Meilers, eine Art Kamin bezeichnet, durch den der Meiler angezündet und später die Füllikohle nachgefüllt wird. Da diese Arbeit auch in der Nacht erledigt werden muss, ebenso wie das regelmässige Löcherstechen in den «Löschimantel», heisst das für die Köhlerin Doris Wicki nonstop Einsatz. Die kurzen Schlafintervalle werden dann jeweils in einer Hütte nahe beim Meiler abgehalten. Über den Stand der Verkohlung gibt die Farbe des entweichenden Rauchs Auskunft. Wenn der ganze Meiler durchgekohlt ist
wird das Feuer durch Verschliessen der Zuglöcher erstickt. Nach dem Abkühlen kann der Meiler nach zwei bis drei Tagen auseinander gezogen werden.

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Doris Wicki einzige Köhlerin in Europa (www.event-koehlerei.ch)


Ihr Vater hatte in den 70er Jahren einen alten Kohleplatz wieder in Betrieb genommen. Aufgewachsen ist Doris mit drei Brüdern und einer Schwester auf einem Bauernhof in Bramboden (Entlebuch LU). Schon von Kindsbeinen an war Doris dabei und hat sich
das Handwerk so Meiler für Meiler angeeignet. Sie ist Köhlerin mit Leib und Seele - der Meiler, das «Füllihuus» und der «Löschimantel» gehören zu ihrem Leben. So richtig intensiv mit der Köhlerei setzt sich Doris Wicki aber erst seit fünf Jahren auseinander. Neben ihrer Teilzeitstelle als Coiffeuse mit Meisterprüfung, hilft Doris Wicki ihren Brüdern beim Köhlern. Doris Wicki ist die einzige
Köhlerin in Europa, die das Schauköhlern anbietet. Seit 2004 betreut Doris Wicki Köhlerei als Event, um interessierten Personen Einblick in das uralte Handwerk zu geben. Köhelerei zum Anfassen!

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