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Das Oberkulmer Rotkorn
Die Bestrebungen, unsere Landgetreidesorten zu verbessern, reichen bis zur Jahrhundertwende zurück. Es entstanden kantonale Samenmärkte mit Ausstellungscharakter. Diese wurden aus unserem Dorfe mit Kornsaatgut beschickt. Rudolf Burkhard im Soodhof, Rudolf Sandmeier auf Eichhalden und Hans Speck, Bäcker und Landwirt, haben sich der Qualitätsverbesserung angenommen. Die landwirtschaftliche Ausstellung 1911 in Aarau gab dieser wichtigen Sache weiteren Auftrieb. Die bekannten Pflanzenbautechniker, Landwirtschaftslehrer A. Näf, Brugg und Professor A. Volkart an der Untersuchungsanstalt Oerlikon und später an der ETH Zürich, besuchten unsere Kornäcker. Mit der Schere wurden die geeigneten Originaltypen herausgeschnitten und in Oerlikon weiter selektioniert. Das Ziel bestand darin, ein backfähig hochwertiges, standfestes und auch Strohertrag befriedigendes Produkt herauszuzüchten. Bodenverhältnisse, Widerstandsfähigkeit gegen klimatische Schwankungen, Genügsamkeit und Düngerfrage spielten eine weitere massgebende Rolle. Von den zahlreichen Untersuchungen und Proben verschiedener Sorten und Stämme siegte nach Jahrzehnten dasjenige das aus dem Oberkulmer Boden herauskam Das Oberkulmer Rotkorn wurde an die Spitze der offiziellen Saatgutliste gesetzt. Seine Ausbereitung finden wir im Hügelland und in den Ackerbaugebieten der Voralpenzone. Die Originalproduktion im Aargau wird unter Aufsicht der aargauischen Saatzuchtgenosschenschaft auf zirka 15 Betrieben durchgeführt. Erfreulicherweise gehört der von der Familie Gafner geleitete Hof Eichhalden auch zu diesen Produktionsbetrieben, der nach offizieller Mitteilung ausgezeichnetes Saatgut liefert. Von der Brotgetreidefläche unseres Dorfes machte 1974 der Kornanbau 80 Prozent aus, und die abgelieferte Menge der gleichen Jahresernte ist von hervorragender Qualität. 1970 wurde auf dem Soodhof, dem Ursprungsboden des Oberkulmer Rotkorns, von gemeinnütziger Seit, unter anderem der Männerriege, ein Erinnerungsstein mit Inschrift aufgestellt, der die Pionierarbeit zu Gunsten des täglichen Brotes verdankt.
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Link zur ausführlichen Geschichte des Oberkulmer Rotkorns geschrieben von Hans Walti |